Der Zusammenhang zwischen B-Vitaminen und der Energieproduktion

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Der Zusammenhang zwischen B-Vitaminen und der Energieproduktion

28 Sep 2026 Par Caitlin Beale, MS, RDN+

B-Vitamine bilden eine grosse Gruppe wasserlöslicher Vitamine. Zu den acht B-Vitaminen gehören:

  • B1 (Thiamin)
  • B2 (Riboflavin)
  • B3 (Niacin)
  • B5 (Pantothensäure)
  • B6 (Pyridoxin)
  • B8 (Biotin)
  • B9 (Folat)
  • B12 (Cobalamin)

 

Diese Mikronährstoffe erfüllen zahlreiche Funktionen im Körper. Dazu gehören unter anderem die Unterstützung einer normalen psychischen Funktion (B1, B3, B6, B8, B9, B12) sowie die normale Bildung roter Blutkörperchen (B6, B12).1 Eine ihrer wichtigsten Aufgaben ist jedoch die Unterstützung eines normalen Energiestoffwechsels (B1, B2, B3, B5, B6, B8, B12).2

 

Obwohl jedes B-Vitamin eine spezifische Funktion erfüllt, wirken sie zusammen, um eine optimale Funktion des Organismus zu gewährleisten. In diesem Artikel erläutern wir, wie diese Vitamine verschiedene Körperfunktionen unterstützen.

 

Wie wird Energie im Körper produziert?

Um zu verstehen, wie die Vitamine B1, B2, B3, B5, B6, B8 und B12 zum Energiestoffwechsel beitragen, ist es hilfreich den Prozess der Energiegewinnung im Körper zu betrachten.

 

Wenn Sie Nahrung aufnehmen, werden die Lebensmittel während der Verdauung in Nährstoffe zerlegt, die vom Körper aufgenommen werden können (zB. Glukose, Fettsäuren und Aminosäuren). Diese Nährstoffe werden anschliessend entweder zur Energiegewinnung genutzt oder für eine spätere Verwendung gespeichert.3

 

Kohlenhydrate sind die bevorzugte Energiequelle des Körpers, da sie den Energiebedarf der Zellen rasch decken können. Ist die Kohlenhydratzufuhr jedoch eingeschränkt, wie beispielsweise bei einer ketogenen Ernährung, kann der Körper auch Fette und in geringerem Masse Proteine zur Energiegewinnung nutzen.

 

Die in den Nährstoffen enthaltene Energie wird anschliessend über eine Reihe komplexer Stoffwechselwege erfasst und auf Adenosintriphosphat (ATP) übertragen. ATP ist das wichtigste Molekül für die vorübergehende Speicherung und den Transfer von Energie innerhalb der Zellen.

 

ATP liefert die Energie, die für nahezu alle zellulären Prozesse im Organismus benötigt wird.

 

Welche Rolle spielen die B-Vitamine dabei? Ohne B-Vitamine können viele der chemischen Reaktionen, die an der Bildung und Nutzung von ATP beteiligt sind, nicht normal ablaufen.4
 

Ohne B-Vitamine können viele der chemischen Reaktionen

 

Wie tragen B-Vitamine zum Energiestoffwechsel bei?

Die Umwandlung von Nahrung in Energie erfordert eine Reihe enzymatischer Reaktionen. Enzyme sind Proteine, die als Katalysatoren für zahlreiche Prozesse im Organismus wirken. B-Vitamine fungieren als Coenzyme beziehungsweise als Hilfsmoleküle von Enzymen und unterstützen dadurch Stoffwechselprozesse. Sie sind für die normale Funktion der Enzyme erforderlich, die an der Energiegewinnung beteiligt sind.1

 

Mit anderen Worten: B-Vitamine helfen dem Körper, Nahrung in Energie umzuwandeln, und sind notwendig für die normale Funktion der Enzyme, die Energie im Körper speichern oder freisetzen.

 

Im Folgenden einige Beispiele für die Rolle der B-Vitamine:
 

  • Thiamin (Vitamin B1) unterstützt die Nutzung von Kohlenhydraten als Energiequelle, indem es die ATP-Synthese unterstützt.5
     
  • Niacin (Vitamin B3) trägt zum Energiestoffwechsel bei als Bestandteil der beiden essenziellen Coenzyme Nicotinamidadenindinukleotid (NAD) und Nicotinamidadenindinukleotidphosphat (NADP). Diese sind an zahlreichen enzymatischen Reaktionen beteiligt, die den Elektronentransport und die zelluläre Energieproduktion ermöglichen.6
     
  • Pyridoxin (Vitamin B6) trägt zu einem normalen Protein- und Glykogenstoffwechsel bei.7 Es ist an zahlreichen Reaktionen des Aminosäurestoffwechsels beteiligt. Zudem unterstützt es die Freisetzung von in Leber und Muskeln gespeichertem Glukosevorrat über einen Prozess, der als Glykogenolyse bezeichnet wird.8
     
  • Biotin (Vitamin B8) trägt zu einem normalen Stoffwechsel der Makronährstoffe bei und wirkt als Cofaktor von vier Carboxylase-Enzymen, die ebenfalls an diesen Stoffwechselprozessen beteiligt sind.9
     
  • Cobalamin (Vitamin B12) trägt zum Energiestoffwechsel bei und ist am Stoffwechsel bestimmter Aminosäuren und Fettsäuren beteiligt. Ausserdem unterstützt es die normale Bildung roter Blutkörperchen.

 

B-Vitamine, rote Blutkörperchen und Energie

Ein weiterer Zusammenhang zwischen B-Vitaminen und Energie besteht in ihrer Rolle bei der Bildung roter Blutkörperchen. Vitamin B12 und Vitamin B9 tragen gemeinsam mit Eisen zur normalen Bildung roter Blutkörperchen und von Hämoglobin bei.11

 

Rote Blutkörperchen haben eine Lebensdauer von etwa 120 Tagen.12 Sie spielen eine zentrale Rolle bei der Versorgung des Gewebes mit Sauerstoff, der für die Energieproduktion in den Zellen unerlässlich ist.

 

Bei einer unzureichenden Versorgung mit Vitamin B12 oder Vitamin B9 kann die normale Bildung neuer Blutzellen beeinträchtigt werden. Die Blutzellen entwickeln sich dann nicht mehr normal. Eine verminderte Bildung roter Blutkörperchen kann mit Symptomen wie Müdigkeit oder Schwäche verbunden sein, da die Fähigkeit des Körpers, Sauerstoff zu den Geweben zu transportieren, eingeschränkt sein kann.8

 

 

Können Nahrungsergänzungsmittel mit B-Vitaminen den Energiestoffwechsel unterstützen?

Da B-Vitamine (zum Beispiel B1, B2, B3, B5, B6, B8 und B12) eng am Energiestoffwechsel beteiligt sind, könnte man annehmen, dass eine höhere tägliche Zufuhr den Energiestoffwechsel zusätzlich unterstützt. B-Vitamine sind jedoch in der Regel wasserlöslich, und der Körper kann nur begrenzte Mengen speichern. Mehr ist daher nicht zwangsläufig besser.

 

Ein suboptimaler Versorgungsstatus kann jedoch die Stoffwechsel- und Zellfunktionen des Organismus beeinträchtigen. Dies kann sich negativ auf den Energiestoffwechsel sowie auf zahlreiche weitere Zellfunktionen auswirken. In solchen Fällen kann eine Supplementierung dazu beitragen, einen normalen Energiestoffwechsel zu unterstützen. 

 

B-Vitamine kommen in einer Vielzahl von Lebensmitteln vor. Eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung sollte einen gesunden Menschen grundsätzlich ausreichend mit B-Vitaminen versorgen. In bestimmten Situationen kann jedoch eine Supplementierung in Betracht gezogen werden:
 

  • Alter. Der individuelle Bedarf an Vitamin B12 kann mit zunehmendem Alter variieren. Damit Vitamin B12 aus Lebensmitteln in einer resorbierbaren Form freigesetzt werden kann, sind eine ausreichende Magensäureproduktion sowie verschiedene am Transport beteiligte Proteine erforderlich. Altersbedingte Veränderungen dieser physiologischen Prozesse können die Fähigkeit des Körpers beeinträchtigen, das natürlich in Lebensmitteln enthaltene Vitamin B12 effizient aufzunehmen.13
    In bestimmten Situationen, insbesondere bei Personen mit einer unzureichenden Zufuhr oder einem erhöhten Risiko für einen Mangel, kann eine Supplementierung zusätzlich zu einer ausgewogenen und nährstoffreichen Ernährung sinnvoll sein.14
     
  • Schwangerschaft. Während der Schwangerschaft steigt der Nährstoffbedarf grundsätzlich an, einschliesslich des Bedarfs an B-Vitaminen. Eine zusätzliche Zufuhr von Folsäure (Vitamin B9) verbessert den Folatstatus der Mutter. Ein unzureichender Folatstatus der Mutter stellt einen Risikofaktor für die Entwicklung von Neuralrohrdefekten beim Fötus dar.15
     
  • Genetische Variationen. Gene können beeinflussen, wie der Körper Nährstoffe und Vitamine nutzt. Bestimmte genetische Variationen können die Verstoffwechselung oder Nutzung einzelner Vitamine beeinflussen. Einige genetische Varianten können die Umwandlung eines Vitamins von seiner inaktiven in seine aktive Form beeinträchtigen.16 Das bedeutet, dass der Körper ein Vitamin selbst dann nicht optimal nutzen kann, wenn es in ausreichender Menge über die Ernährung aufgenommen wird, sofern es nicht in seiner aktiven Form vorliegt.
     
  • Spezielle Ernährungsformen. Eine Ernährung, die bestimmte Lebensmittelgruppen ausschliesst, kann das Risiko einer unzureichenden Nährstoffzufuhr erhöhen. Da Vitamin B12 hauptsächlich in Lebensmitteln tierischen Ursprungs vorkommt, sollten Personen, die sich vegan ernähren, auf eine ausreichende Versorgung mit Vitamin B12 achten, beispielsweise über angereicherte Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel.17

    Da Getreideprodukte zudem wichtige Quellen vieler B-Vitamine sind, können Personen, die eine sehr kohlenhydratarme Ernährung verfolgen und kohlenhydrathaltige Lebensmittel weitgehend meiden, möglicherweise von einer zusätzlichen Versorgung mit B-Vitaminen profitieren. Auch sehr kalorienarme Ernährungsformen können eine Supplementierung rechtfertigen, da sie unter Umständen nicht genügend Lebensmittel liefern, um die empfohlenen Nährstoffzufuhren zu erreichen. Interessanterweise zeigte eine Übersichtsarbeit, dass gesunde, körperlich aktive junge Frauen, die eine Diät einhalten oder sich nährstoffarm ernähren, ein erhöhtes Risiko für eine unzureichende Versorgung mit B-Vitaminen aufweisen können.18
     
  • Hoher Alkoholkonsum. Ein übermässiger Alkoholkonsum kann mit einem erhöhten Risiko für Nährstoffmängel, einschliesslich eines Mangels an B-Vitaminen, verbunden sein. Ein Grund dafür ist, dass Alkohol bei manchen Personen einen Teil der Nahrungsaufnahme ersetzt. Darüber hinaus kann ein schädlicher Alkoholkonsum die Aufnahme von Thiamin beeinträchtigen und die Art und Weise, wie Zellen dieses Vitamin nutzen, negativ beeinflussen.19

 

manchen Personen einen Teil der Nahrungsaufnahme ersetzt

 

B-Vitamine: Schlüsselnährstoffe für den Energiestoffwechsel

B-Vitamine spielen eine wesentliche Rolle im Energiestoffwechsel. Sie sind an der Funktion von Enzymen beteiligt, die die Umwandlung von Nährstoffen in ATP unterstützen, das wichtigste Molekül für den Energietransfer innerhalb der Zellen.

 

B-Vitamine kommen in zahlreichen Lebensmitteln vor. In bestimmten Situationen kann jedoch die Einnahme eines Vitamin-B-Komplexes oder eines einzelnen B-Vitamins sinnvoll sein. Gesundheitsfachpersonen können Sie dabei unterstützen zu beurteilen, ob eine Supplementierung in Ihrer individuellen Situation angezeigt ist.

 

Caitlin Beale, MS, RDN, ist diplomierte Ernährungsberaterin und freiberufliche Gesundheitsjournalistin. Sie verfügt über einen Masterabschluss in Ernährungswissenschaften und über zehn Jahre Berufserfahrung als Ernährungsberaterin.

+ Die in diesem Artikel vertretenen Ansichten entsprechen denjenigen der Autorin und spiegeln nicht notwendigerweise die Ansichten oder Standpunkte von Pure Encapsulations® wider.

 


1. Kennedy, David O. “B Vitamins and the Brain: Mechanisms, Dose and Efficacy—A Review.” Nutrients 8, no. 2 (January 28, 2016): 68. https://doi.org/10.3390/nu8020068.
2. Depeint, Flore, W. Robert Bruce, Nandita Shangari, Rhea Mehta, and Peter J. O’Brien. “Mitochondrial Function and Toxicity: Role of the B Vitamin Family on Mitochondrial Energy Metabolism.” Chemico-Biological Interactions 163, no. 1–2 (October 27, 2006): 94–112. https://doi.org/10.1016/j.cbi.2006.04.014.
3. Alberts, Bruce, Alexander Johnson, Julian Lewis, Martin Raff, Keith Roberts, and Peter Walter. “How Cells Obtain Energy from Food.” Molecular Biology of the Cell. 4th Edition, 2002. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK26882/.
4. “Human Metabolism, Energy, Nutrients | Learn Science at Scitable.” Accessed November 15, 2021. https://www.nature.com/scitable/topicpage/nutrient-utilization-in-humans-metabolism-pathways-14234029/.
5. Lonsdale, Derrick. “A Review of the Biochemistry, Metabolism and Clinical Benefits of Thiamin(e) and Its Derivatives.” Evidence-Based Complementary and Alternative Medicine 3, no. 1 (March 2006): 49–59. https://doi.org/10.1093/ecam/nek009.
6. Jacob RA, 2006. Niacin. In: Present Knowledge in Nutrition. Bowman BA and Russell RM (eds.) International Life Sciences Institute (ILSI), Washington, DC, 260-268.
7. Mackey AD, Davis SR, Gregory JF, 2006. Vitamin B6. In: Shils ME, Shike M, Ross AC, Caballero B, and Cousins RJ (eds). Modern Nutrition in health and disease, 10th ed. Baltimore, MD: Lippincott Williams and Wilkins, 194-210.
8. Parra, Marcelina, Seth Stahl, and Hanjo Hellmann. “Vitamin B6 and Its Role in Cell Metabolism and Physiology.” Cells 7, no. 7 (July 22, 2018): 84. https://doi.org/10.3390/cells7070084.
9. Stryer L, 1988. Biochemie. Spektrum der Wissenschaft, Heidelberg.
10. Kräutler, Bernhard. “Biochemistry of B12-Cofactors in Human Metabolism.” Sub-Cellular Biochemistry 56 (2012): 323–46. https://doi.org/10.1007/978-94-007-2199-9_17.
11. Koury, Mark J., and Prem Ponka. “New Insights into Erythropoiesis: The Roles of Folate, Vitamin B12, and Iron.” Annual Review of Nutrition 24 (2004): 105–31. https://doi.org/10.1146/annurev.nutr.24.012003.132306.
12. “Regulation of Red Cell Life-Span, Erythropoiesis, Senescence and Clearance | Frontiers Research Topic.” Accessed November 19, 2021. https://www.frontiersin.org/research-topics/1656/regulation-of-red-cell-life-span-erythropoiesis-senescence-and-clearance.
13. Stover, Patrick J. “Vitamin B12 and Older Adults.” Current Opinion in Clinical Nutrition and Metabolic Care 13, no. 1 (January 2010): 24–27. https://doi.org/10.1097/MCO.0b013e328333d157.
14. Hoey, Leane, J. J. Strain, and Helene McNulty. “Studies of Biomarker Responses to Intervention with Vitamin B-12: A Systematic Review of Randomized Controlled Trials.” The American Journal of Clinical Nutrition 89, no. 6 (June 2009): 1981S-1996S. https://doi.org/10.3945/ajcn.2009.27230C.
15. Finkelstein, Julia L, Alexander J Layden, and Patrick J Stover. “Vitamin B-12 and Perinatal Health123.” Advances in Nutrition 6, no. 5 (September 5, 2015): 552–63. https://doi.org/10.3945/an.115.008201.
16. Zinck, John WR, Margaret de Groh, and Amanda J MacFarlane. “Genetic Modifiers of Folate, Vitamin B-12, and Homocysteine Status in a Cross-Sectional Study of the Canadian Population.” The American Journal of Clinical Nutrition 101, no. 6 (June 1, 2015): 1295–1304. https://doi.org/10.3945/ajcn.115.107219.
17. Gilsing, A. M. J., F. L. Crowe, Z. Lloyd-Wright, T. a. B. Sanders, P. N. Appleby, N. E. Allen, and T. J. Key. “Serum Concentrations of Vitamin B12 and Folate in British Male Omnivores, Vegetarians and Vegans: Results from a Cross-Sectional Analysis of the EPIC-Oxford Cohort Study.” European Journal of Clinical Nutrition 64, no. 9 (September 2010): 933–39. https://doi.org/10.1038/ejcn.2010.142.
18. Huskisson, E., S. Maggini, and M. Ruf. “The Role of Vitamins and Minerals in Energy Metabolism and Well-Being.” The Journal of International Medical Research 35, no. 3 (June 2007): 277–89. https://doi.org/10.1177/147323000703500301.
19. Martin, Peter R., Charles K. Singleton, and Susanne Hiller-Sturmhöfel. Alcohol Research & Health: The Journal of the National Institute on Alcohol Abuse and Alcoholism 27, no. 2 (2003): 134–42.

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